📚 Ratgeber

Kaufpreis verhandeln: Sanierungsbedarf als sachliches Argument nutzen

Der Angebotspreis im Exposé ist ein Wunschpreis des Verkäufers – kein Festpreis. Gerade bei älteren Immobilien ist der Sanierungsbedarf eines der stärksten sachlichen Argumente in der Verhandlung. Entscheidend ist, dass du ihn nachvollziehbar begründest, statt pauschal „zu teuer“ zu sagen.

Warum Sanierungsbedarf ein gutes Verhandlungsargument ist

Viele Angebotspreise orientieren sich an vergleichbaren Objekten in der Lage – der Zustand einzelner Bauteile fließt dabei oft nur grob ein. Wenn Dach, Heizung oder Leitungen ihre typische Nutzungsdauer erreicht haben, kommen auf dich als Käufer in den nächsten Jahren Ausgaben zu, die ein frisch saniertes Vergleichsobjekt nicht hat. Das ist kein Vorwurf an den Verkäufer, sondern eine sachliche Feststellung – und genau so solltest du es auch formulieren.

Schritt 1: Fakten sammeln

💡 Unsere Checkliste für die Hausbesichtigung hilft dir, vor Ort nichts Wichtiges zu übersehen.

Schritt 2: Verhandlungsspielraum einschätzen

Aus den Baujahren lässt sich ableiten, welche Gewerke in den nächsten Jahren wahrscheinlich anstehen. Je mehr Hauptgewerke ihre Nutzungsdauer erreicht oder überschritten haben, desto größer ist in der Regel dein sachlich begründbarer Verhandlungsspielraum. Wichtig: Es geht um eine vorsichtige Einschätzung, nicht um eine exakte Kostenrechnung – die kann nur ein Fachbetrieb nach Besichtigung liefern.

Schritt 3: Einstiegsgebot und Schmerzgrenze festlegen

Leg vor dem Gespräch zwei Zahlen fest – und behalte sie für dich:

Wer ohne Schmerzgrenze verhandelt, lässt sich in der Situation leicht zu einem Preis hinreißen, den er später bereut.

Schritt 4: Sachlich und freundlich verhandeln

Typische Fehler in der Kaufpreisverhandlung

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Häufige Fragen

Wie viel kann man beim Hauskauf verhandeln?

Das hängt stark von Lage, Marktlage und Zustand der Immobilie ab. Ein nachvollziehbar begründeter Sanierungsbedarf vergrößert in der Regel deinen Verhandlungsspielraum. Eine feste Prozentzahl, die immer gilt, gibt es nicht.

Wann sollte man den Kaufpreis verhandeln?

Nach der Besichtigung, sobald du die wichtigsten Fakten wie Baujahre der Gewerke und Energieausweis kennst – und bevor der Notartermin vereinbart ist.

Sollte man mit dem Makler oder dem Verkäufer verhandeln?

Meist läuft die Verhandlung über den Makler, der dein Angebot an den Verkäufer weitergibt. Formuliere dein Angebot deshalb so, dass es auch schriftlich weitergereicht überzeugt.

💡 Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung. Die genannten Nutzungsdauern sind Richtwerte und ersetzen kein bautechnisches Gutachten.

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